Pressemitteilung — „Zukunft gestalten “: Herausfordernde Zeiten, klare Debatten auf dem siebten F.A.Z.-Kongress
Frankfurt – 27. März 2026. In einem politisch turbulenten Jahr veranstaltete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) am Freitag, dem 27. März 2026, unter dem etablierten Leitmotiv „Zukunft gestalten“ den siebten F.A.Z.-Kongress. Mit hochkarätigen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport und Kultur – darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz – diskutierte die Redaktion über eine Spanne an Themen: von Sicherheitspolitik über die Zukunft der deutschen Industrie bis hin zu den aktuellen Herausforderungen der Bundesregierung. Rund 600 Teilnehmer begleiteten den Kongress-Tag im Kap Europa der Messe Frankfurt, die Hauptprogrammpunkte konnten per Livestream verfolgt werden.
Thomas Lindner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, betonte in seiner Eröffnungsrede die zentrale Herausforderung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz: Wenn heute über KI gesprochen werde, gehe es meist um Systeme, die vor allem eines sehr gut beherrschten – überzeugende Inhalte zu erzeugen. Genau darin liege jedoch ein Risiko, weil schnell die Wirkung der Form mit der Wahrhaftigkeit des Inhalts verwechselt werde. „Ein Bild oder Text wird nicht wahr, weil es gut aussieht oder klingt. Vordergründige Überzeugungskraft ist kein Beleg.“ Umso wichtiger sei die journalistische Aufgabe. Entscheidend sei am Ende die Verlässlichkeit des Absenders. „Bei der F.A.Z. steht ein Journalist mit Namen, Redaktion und Verfahren für Inhalte ein – mit Standards, sichtbarer Autorenschaft und der Pflicht zur Korrektur. Gerade darin liege die klassische Leistung unserer Zeitung: nicht die schnellste Nachricht, sondern die bestmögliche Analyse“, so Lindner.
Bundeskanzler Friedrich Merz sprach mit F.A.Z.-Herausgeber Berthold Kohler unter dem Titel “Regieren im Epochenbruch“ über die vielfältigen innen- wie außenpolitischen Herausforderungen Deutschlands. Er habe als Regierungschef die Verantwortung, diese Bundesregierung anzutreiben und dafür zu sorgen, gemeinsam die Schwächen des Landes anzugehen und die Stärken wieder zur Wirkung kommen zu lassen. Man habe zwar damit begonnen, es reiche jedoch noch nicht aus. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands müsse systematisch wiederhergestellt werden. Energiekosten, Sozialkosten, Bürokratiekosten und Steuern müssten angegangen werden. Drängend seien besonders die Reformen der Krankenkasse und der Rente. Merz warb dafür, dass weniger Deutsche vorzeitig in den Ruhestand gingen. Dabei setzt er auf Anreize: „Ich möchte nicht, dass wir mit Zwang und Regulierung und Bevormundung und neuen Gesetzen arbeiten, sondern dass wir den Menschen sagen, wir brauchen eine höhere Leistung in diesem Land.“
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Group, stellte im Gespräch mit F.A.Z.-Herausgeber Gerald Braunberger über den Industriestandort Deutschland fest, dass das Geschäftsmodell, das Deutschland über Jahrzehnte getragen hat, so nicht mehr funktioniere. Um eine Weiterentwicklung zu ermöglichen, müssten die Rahmenbedingungen stimmen. Hier nannte er Kostenstrukturen, Bürokratieabbau, Deregulierung und Energiepreise. Auch solle sich Deutschland dabei nicht scheuen, vom chinesischen Mut, schnell aus der Analysephase in die Umsetzung zu kommen, zu lernen.
Prof. Dr. Sönke Neitzel, Inhaber des Lehrstuhls für Militärgeschichte der Universität Potsdam, forderte im Gespräch „Ist die Ukraine nur der Anfang?“ mit Nikolas Busse, dem verantwortlichen Redakteur für Außenpolitik, einen realistischen Blick auf die sicherheitspolitische Lage. Die transatlantische Welt, die Europa Sicherheit gegeben habe, löse sich auf. Zwar kämen die Europäer in der Sicherheitspolitik voran – allerdings nur in homöopathischen Dosen. Ohne mehr Ambitionen bliebe Europa abhängig und ohne strategische Kraft.
Dr. Stefan Schulte, CEO der Fraport AG, sprach mit F.A.Z.-Herausgeber Carsten Knop zum Thema „Wohin fliegt Deutschland?“ über das im Zeitplan zu Ende gebaute Terminal 3 des Frankfurter Flughafens, das in der Lage ist, 19 Millionen Menschen im Jahr abzufertigen.
F.A.Z.-Herausgeber Jürgen Kaube nahm unter der Überschrift „Vom Vergnügen am Unheimlichen“ das literarische Handwerk von Bestsellerautor Sebastian Fitzek in den Blick. Im Gespräch analysierten sie die Faszination der Leser durch Verbrechen und Angst und die Poetik des Erschreckens.
Vier Programmpunkte waren dem Jubiläum der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gewidmet. Erstmals gab die F.A.Z. bei diesem Veranstaltungsformat Einblicke in interne Themen aus dem Verlag und der Redaktion. Wie die Redaktion KI nutzt, erklärte Lorenz Hemicker, Chef vom Dienst von FAZ.NET. F.A.Z.-Geschäftsführer Volker Breid und Sven Astheimer, Ressortleiter Unternehmen aus der F.A.Z.-Wirtschaftsredaktion, schilderten die Herausforderungen in der Logistik – „Von der Druckerei in den Briefkasten“.
Durch das Tagesprogramm führten als Moderatoren Inken Schönauer (Leiterin des Finanzressorts der F.A.Z.) und Reinhard Müller (Ressortleiter für Zeitgeschehen, Staat und Recht sowie F.A.Z. Einspruch).
Das Programm finden Sie hier.
Die Aufzeichnungen des F.A.Z.-Kongresses finden Sie auf FAZ.NET.
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